Schützenverein Ledde-Dorf von 1827 e.V

Hier soll ein wenig aus der Geschichte des Vereines, sofern sie mittels der noch lebenden ältesten Mitglieder noch nachvollziehbar war, berichtet werden.

Der Schützenverein im Dorf Ledde soll über 175 Jahre bestehen, was natürlich im Jahre 2002 ein Anlass zu einer üppiger Feier war. Auch alle bisherigen Jubelfeiern basierten natürlich auf das Datum des Jahres 1827. Nun müsste, dem Jubiläum zu Folge, der Verein ja auch dann im Jahre 1827 gegründet worden sein. Hier kommen aber, insbesondere bei den ältesten Mitgliedern, leichte Zweifel auf. Begründet werden diese Zweifel mit der Ausstattung der ersten Schützenkette, die im Jahr 1945 von Soldaten einer kanadischen Einheit aus dem damaligen Vereinslokal Busbas mitgenommen worden ist.

Diese besagte Kette war unter anderem auch mit einem Vogel bestückt, der von dem Grafen von Tecklenburg gestiftet worden war. Ein eben solcher Vogel, ebenfalls von besagtem Grafen gestiftet, ziert auch die Kette des Schützenvereines von Leeden, und dieser Verein ist schon über 175 Jahre alt.

Vereinsgeschichte(n)

 
 
 
1827 - 1945

Aus dieser Zeit gibt es leider nicht viel zu berichten.

Alles, was in Erfahrung zu bringen ist, beschränkt sich auf die Erinnerungen einiger älteren Mitglieder und den paar Seiten aus dem Protokollbuch.

 

Hier seien einige Beispiele aufgeführt:  

1930

3 Reichsmark (RM) Beitrag im Jahr und derjenige, der am Sonntag zum Schützenfest nicht um 12.00 Uhr antritt, zahlt 1 RM Strafe in die Kasse. Das würde heutzutage eine Strafe von 6,- Euro bedeuten (gemessen am Beitrag).

Wenn man aber den Preis der 10 Musiker, die von 12 Uhr bis um 02.00 Uhr spielen mussten bedenkt (er lag bei 1,20 RM pro Stunde), dann müsste der Beitrag heute etwa bei 400,- bis 600,- Euro liegen (ein Drittel davon wieder als Strafe für das Nichtantreten).

1931

Es wurde auf der Jahreshauptversammlung beschlossen auf einer Versammlung um Ostern zu überlegen, ob aus wirtschaftlichen Gründen ein Schützenfest gefeiert werden kann. Auf der Versammlung im April 1931 wurde dann das Schützenfest beschlossen.

(Königsgeld: 40,-RM; Beitrag: 2,-RM; Antreten 13.00 Uhr)

1939

Walter Kreimeier tritt dem Verein bei. Zu dieser Zeit ist Gustav Brönstrup Vorsitzender des Vereins. Es wird das letzte Schützenfest vor dem Krieg beim Vereinslokal Busbas gefeiert. Könige waren Friedrich Kreimeier mit Emmi Horn und August Kreimeier mit Erna Niemeyer.

1940-1948

Laut Protokollbuch fanden während dieser Zeit keine Versammlungen statt.

Lediglich folgendes Ereignis aus dem Jahre 1945 ist überliefert:

Kriegsende. Die Vereinsfahne kann vor dem Einmarsch der Alliierten von Reinhold Brönstrup aus dem Vereinslokal Busbas gesichert werden. Sie wird im Haus seines Vaters und damaligen Vorsitzenden, Gustav Brönstrup, in einem Schrank unter Wäsche versteckt. In der Hektik wird die Schützenkette im Vereinslokal zurückgelassen. Diese Kette wird dann von einer kanadischen Einheit bei Busbas gefunden und mitgenommen.

1949

Erste Versammlung nach dem Krieg im Vereinslokal Busbas. Erstes Schützenfest nach dem Krieg. König wird Ernst Hinnah und Hanni Ehmann (zuvor gefragt, sagte sie zu. Als Ernst dann König war, wollte sie eigentlich nicht mehr. Ihre Schwiegermutter konnte sie aber überzeugen, dass es nicht gut für das Geschäft ist, wenn sie jetzt absagt. So wurde sie dann doch die erste Schützenkönigin nach dem Krieg).

1950

Auf der Jahreshauptversammlung wird die Instandsetzung des Schießstandes bei Hüsing auf die nächste Sitzung zurückgestellt.

1951

Auf der Jahrshauptversammlung wird beschlossen das anstehende 125jährige Best des Vereins, im Jahr 1952 zu feiern. Es sollen zwei Zelte bestellt werden.

1952

Der Verein besteht 125 Jahre. Ein Jubelfest tut sich breit. Laut Versammlungsbeschluss vom 18. Nov. 1951 soll wird am 25. Mai beim Vereinswirt Wilhelm Folsche gefeiert werden. Da das eigentliche Schützenfest erst am 30. August gefeiert wurde, war Emil Lagemann, der 1951 ausgeschossen wurde, auch der Jubelkönig.

1953

11. Januar Jahreshauptversammlung.

Beschluss: Bei Hüsing soll ein Kleinkalibestand errichtet werden. Umlage pro Mitglied 3,-DM, die in zwei Raten eingezogen wird.

03. Mai: Der Schießstand ist in Eigenleistung errichtet worden. Das Material hat Hüsing gestiftet.

1954

Außerordentliche Versammlung : Der Spielmannzug will nicht mehr unter Willy Esser auftreten und üben. Er wird mit 10:9 Stimmen abgewählt. Nach Beratung des Vorstandes und des Ältestenrates wird Willy Esser von der Leitung des Spielmannzuges entbunden. Für ein oder zwei Termine übernimmt Werner Kreimer die Leitung, dann beginnt die Ära August Folsche.

02.Mai: Auf der Versammlung ergeht der Beschluss, das auf dem Schützenfest am 29.05.1954 nur Damenwahl gespielt werden soll.

1962

Günter Sundermann wird auf der Generalversammlung am 14.Januar als neuer 1. Vorsitzenden des Schützenverein Ledde-Dorf von 1827 e.V. gewählt. Im Dezember wird der Neubau eines Schießstandes mit 37 gegen 6 Stimmen beschlossen. Ferner wird die Eintragung beim Amtsgericht als Verein beschlossen.  

1963

Bislang (16.Juni) ist noch kein Grundstück für den Schießstand gefunden worden. Der Vorstand unter Günter Sundermann wurde beauftragt ein geeignetes Grundstück zu beschaffen. Im Verlaufe des Jahres bemüht sich auch Wilhelm Folsche um ein geeignetes Grundstück für den neuen Schießstand. Er findet letztlich in Friedrich Spöhle eine Schützenbruder der seine Bereitschaft signalisiert, ein Grundstück zu verpachten.

1964

Jahreshauptversammlung am 19. Januar. Bauer Spöhle stellt ein Gelände für den Schießstand zur Verfügung. Es wird mit dem Verein ein Pachtvertrag abgeschlossen. Gleichzeitig wird der Schützenverein eingetragener Verein (e.V.), die Eintragung beim Amtsgericht Tecklenburg erfolgte. Mit den Bauarbeiten darf aber erst nach Darlehensbewilligung angefangen werden.

1967

10.Juni: Der, in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder, neu errichtete Schießstand im Widum wird offiziell eingeweiht. Der Vorsitzende Günter Sundermann gibt den ersten Schuß ab.

1974

Die ersten Vorbereitungen für das 150 jährige Bestehen im Jahr 1977 werden getroffen. Das Jubiläum soll mit einer Fahnenweihe begangen werden. Für die Organisation des Festes wird ein großer Festausschuss bestimmt, der sogar Mitglieder der Feuerwehr und des DRK einbezieht.

1975

Am 30. Mai wird beschlossen eine neue Fahne nach dem Muster der alten zu bestellen. Die Fahne kostete 2390,-DM.

1976

Am 26. Oktober wurde durch den Festausschuss das Programm für die Fahnenweihe und das Jubelfest erarbeitet.

1977

Der Schützenverein Ledde-Dorf von 1827 e.V. besteht seit 150 Jahren. Das Jubelfest findet bei Wirt Wilhelm Folsche statt. Die Fahnenweihe wird auf dem Schulhof der Grundschule vorgenommen.

Der 1. Vorsitzende begrüßte 176 Gäste der Vereine, des DRK und der Feuerwehr. Ein besonderes Bild stellten damals die Damen der Schützenbrüder dar, die alle in "Lang" mitmarschierten. Beim Königschießen errang Wilhelm Lagemann die höchste Ringzahl. Er konnte jedoch das Amt des Jubelkönigs nicht antreten, da sein Vater Emil Lagemann eine Woche vor dem Fest verstarb.

Jubelkönig wurde nach erneutem Ausschießen Erwin Stalljohann mit seiner Frau Gertrud, zweiter König war Heinz Büscher mit seiner Frau Gisela.

1978

Durch die Fa. Meyer, Ibbenbüren werden neue Schützenjacken angepasst. Sie sollen zum Schützenfest 1978 fertig sein. (eine Jacke kostete damals 139,-DM).

1979

Der Schützenkönig kann erstmalig über eine so genannte Tageskette (So´n kleines Halsband) verfügen.

1980

Die Wirte in Ledde waren nicht mehr bereit, das Schützenfest zu den bisherigen Bedingungen zu übernehmen. Es wurde überlegt auf dem Schießstand zu feiern oder das Fest an einen fremden Wirt zu vergeben.

Nach einigen Debatten entschied sich die Versammlung den Parkplatz der Ledder Werkstätten als Festplatz zu benutzen und das Fest an den Wirt Korte aus Achmer zu vergeben. Er bezahlte ein 600 qm Zelt, die Tanz,- und Marschmusik sowie eine Abstandssumme. Der Schützenverein Ledde-Dorf feierte bis 1992 sein jährliches Schützenfest auf diesem Platz

Erstmalig wurde auch ein ökumenischer Gottesdienst vor dem Fest auf dem Zelt abgehalten.

1987

Auf der Jahreshauptversammlung am 08. Februar wird Günter Sundermann für seine 25 jährige Tätigkeit als Vereinsvorsitzender geehrt.

1991

Jahreshauptversammlung am 03. Februar. Günter Sundermann gibt nach 29 Jahren den Vorsitz des Vereins ab. Eine Ära geht zu Ende. Durch seine Führung wurde der Verein und das Vereinsleben intensiv geprägt. Hier sei als Beispiel nur das starke persönliche Arrangement beim Bau des Scheißstandes erwähnt.

Uwe Hinnah übernimmt, als 31 jähriger, den Vereinsvorsitz. Auch der zweite Vorsitzende wird durch einen jungen Schützenbruder ersetzt. Jürgen Lagemann übernimmt das Amt seines Vater, der Weihnachten 1990 verstarb.

Dieser Neuanfang in der Vereinsspitze bedeutet auch ein Erneuerung des gesamten Schützenfestes, denn der bis 1992 benutzte Platz darf aufgrund nachbarschaftlicher Probleme der Ledder Werkstätten dann nicht mehr benutzt werden. Auch wurde ein neuer Vereinswirt gefunden.

1993

Das Schützenfest findet mit dem Festwirt Schröer aus Ringel auf dem Parkplatz zwischen Sparkasse und dem Sparmarkt Grabe statt. Die erste Tombola wurde ausgerichtet. Der Spielmannzug feiert im Sommer mit großem Fest sein 60-jähriges Bestehen.

1994

Auch in diesem Jahr findet das Schützenfest auf dem Parkplatz zwischen der Sparkasse und Grabe statt. Erstmalig wird am Freitag eine Oldienight mit "DJ" Heinz Stienecker und der Bewirtung durch den Verein veranstaltet. Helmut Bäcker wird als 3. Vorsitzender in den Vorstand gewählt und ersetzt damit den ausscheidenden Heinz Büscher.

1995

Da ein Anlieger des bislang aktuellen Festplatzes kein Schützenfest mehr vor seinem Haus dulden will, ist der Verein gezwungen erneut einen neuen Festplatz zu suchen. Nach Gesprächen mit der Stadt Tecklenburg kann das Fest auf dem Schulhof der Grundschule stattfinden. Ein erster Brief an die Stadt Tecklenburg vom Schützenverein Ledde-Dorf von 1827 e.V. bittet um Klärung der Vereinssituation. Der Schützenverein will sich nicht zum Wanderzirkus machen lassen und erwartet einen festen Platz für das Schützenfest. Ein geeigneter Platz wird gefunden und ein Dorfplatz wird geplant.

Der neue Festwirt Horst Rücker hat zum geplanten Schützenfesttermin kein Zelt zur Verfügung, so dass das Fest auf den 7. bis 9. Juli verschoben wird. Dieses Wochenende sollte allen beteiligten Schützenmitgliedern als ein Fest mit hohen sommerlichenTemperaturen in Erinnerung bleiben.

1996

Uwe Hinnah gibt den Vereinsvorsitz aus beruflichen Gründen an Jürgen Lagemann ab. Er bleibt als 3.Vorsitender im Vorstand, Helmut Bäcker ist der 2.Vorsitzende.

Auch von Anliegern des aktuellen Festplatzes an der Grundschule gab es Beschwerden aus der Nachbarschaft. Der neue Dorfplatz wird gegenüber den Ledder Werkstätten errichtet.

1997

Der Dorfplatz ist fertig, aber die Grasnabe ist noch nicht geschlossen. Darum wird in diesem Jahr noch einmal auf dem Schulhof gefeiert. Die Jahreshauptversammlung beschließt für die erfolgreiche Schießgruppe ein neues Kleinkalibergewehr anzuschaffen.

1998

Das erste Schützenfest auf dem neuen Dorfplatz. Die Musikveranstaltungen am Freitag vor dem Fest brachte im Vorjahr nicht mehr den gewünschten Umsatz. In diesem Jahr findet erstmalig ein Tauziehen verschiedener Mannschaften auf dem Zelt statt. Das war ein sehr guter Erfolg.

1999

In Eigenleistung wird auf dem Schießstand ein Abwassertank und eine Heizungsanlage installiert. Da der Erfolg der Schießgruppe nicht zu bremsen ist, wird ein weiteres, neues Kleinkalibergewehr angeschafft.

2000

Auf der Jahreshauptversammlung wird der Festausschuss für das Jubiläum 2002 gebildet.

Im September konnte der Schützenverein Ledde-Dorf von 1827 e.V. im Rahmen des Kreiskirchentages das Festzelt am 22. September für eigene Zwecke nutzen. Erstmalig führte der Schützenverein ein Oktoberfest in Ledde durch. Mit der Kapelle des Musikverein Dösingen aus dem Allgäu wird bei bayrischem Bier und Essen eine Riesengaudi veranstaltet.

2001

Auf dem Schießstand wird eine computergesteuerte Schießanlage installiert. Die Planungen für das Jubelfest 2002 laufen an. Es wird eine lange Festwoche vorbereitet. Zum dritten Mal ist das jetzige Vereinslokal Folsche am Jubelfest beteiligt. 

2002

Der Schützenverein Ledde-Dorf von 1827 e.V. wird 175 Jahre alt, und feiert dieses Jubiläum mit einen grossen Fest.

2009

Die seit dem 2.Weltkrieg verschollene, erste Schützenkette unseres Vereins, tauchte in England wieder auf. Sie wurde dem SV Ledde-Dorf, während einer feierlichen Zeremonie auf dem Saal unseres Vereinslokals "Folsche", offiziell wieder übergeben. Sie erhält einen Ehrenplatz in der Ledder Filiale der Sparkasse.

2014

Nachdem der Pachtvertrag für unseren Schießstand auslief, und man sich mit den neuen Besitzern des Grundstückes nicht auf eine weitere Verlängerung einigen konnte, hat der Verein intern beschlossen das Grundstück mit dem zugehörigen Schießstand zu kaufen. Nachdem der Kauf unter Dach und Fach war, wurde kurz danach mit umfangreichen Renivierungsmaßnahmen begonnen.

Durch die Schließung der Sparkassenfiliale in Ledde, musste die alte Schützenkette an einen neuen Platz umziehen. Sie hängt nun in Ihrer Vitrine in dem nun vereinseigenen Schießstand.

2016

Bis auf ein paar Kleinigkeiten, sind die Renovierungsarbeiten des Schießstandes abgeschlossen, und der SV Ledde-Dorf kann ihn wieder für seine Feierlichkeiten nutzen.

Starke Regenfälle im Juni, haben auch vor dem frisch renovierten Schießstand nicht halt gemcht. Die Schießbahn lief voll Wasser und drückte sich anschließend durch die Wände, sodass die Keller,- und Toilettenräume ebenfalls unter Wasser standen.

 

 

 

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